Mittwoch, 29. Dezember 2010

ausruf für sonntag den 2. januar 2011

hallo ihr lieben,

leider gab es große schwierigkeiten den ausrufer für diesen "montag" zu aktivieren.. es gingen zig emails mit dem letzten ausrufer und einem potientiellen hin und her, aber irgendwie wurde dann doch nichts daraus! sehr schade.. :(

deshalb übernehme ich jetzt den ausruf, obwohl es eigentlich nicht sinn der sache ist.
entschuldigt bitte die verspätung!
der einfachheit halber soll das ehrenWORT der woche NEUJAHR lauten.. und ihr habt bis sonntag abend zeit mir eure werke per email zuzusenden.
ich freue mich, wenn ihr wieder zahlreich dabei seid - trotz der feiertage.

rutscht gut rein! dann bis 2011.
EARNY from earncastle

p.s.: wer hätte denn lust den nächsten ausruf zu übernehmen? am liebsten jemand, der nicht schon kürzlich dran war.. einfach hier per kommentar aufzeigen und mir dann das wort per email zusenden.

Freitag, 24. Dezember 2010

adventskalender // weihnachten 2010

ich danke euch allen für das mitwirken an diesem wunderbaren adventskalender, er ist vielfältiger geworden, als ich ihn mir jemals ausmalen konnte. jeden morgen war es wunderbar das blog zu besuchen und sich über einen kleinen adventsgruß zu freuen, sich damit den tag zu versüßen, sowie das warten auf weihnachten zu erleichtern. :)

in diesem sinne wünsche ich euch allen ein wunderbares weihnachtsfest, schöne, friedliche feiertage und freue mich, wenn das ehrenWORT am kommenden montag ausgerufen wird und im neuen jahr wie gehabt weitergeht.

beste grüße,
EARNY from earncastle


über meinem blog könnt ihr noch ein wunderbares passendes lied aus taizé anhören..

adventskalender // türchen 24


beitrag von manufacta-est

Donnerstag, 23. Dezember 2010

adventskalender // türchen 23


Die drei Spatzen


In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat's niemand nicht.
Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

Christian Morgenstern



- beitrag von fotogräfin
wir begrüßen dich herzlich in der ehrenWORT runde!

Mittwoch, 22. Dezember 2010

adventskalender // türchen 22


- beitrag von fncyowlet -
herzlich willkommen beim ehrenWORT!

Montag, 20. Dezember 2010

Sonntag, 19. Dezember 2010

adventskalender // türchen 19

Ent-täuschte Erwartungen

Was haben wir uns auf unserem langen Weg nicht alles vorgestellt.

Ein prächtiger Palast, ein imponierendes Königspaar mitsamt des freudig-aufgeregten Hofstaates, der monatelang auf die Geburt des neuen Königs hin gefiebert hatte. Ein beeindruckender Empfang für uns, die wir diesen Stern entdeckt und gedeutet hatten. Man beköstigte uns mit den erlesensten Speisen des Landes, um gemeinsam diese Geburt zu feiern. Unsere kostbaren Gaben würden beeindrucken und mit aufwendigen Gegengeschenken erwidert. Wichtige Staatsgeschäfte nähmen in dieser Begegnung ihren Anfang. Und wir würden noch bekannter, geachteter und reicher werden – sowohl hier als auch in unserer Heimat.

Erwartungen und Hoffnungen bis zu dem Stall.

Dem Stall mit einer jungen Frau (wie man sie in jedem Land findet), ihrem Mann und dem Kind. Kein Hofstaat, kein Festessen. Ein einfaches Mahl mit den Eltern, ein paar Hirten, die die Familie jeden Tag mit dem Nötigsten versorgten, sowie einigen Kindern, die in der Nähe wohnten. (Sie halfen der jungen Mutter bei der Versorgung ihres Kindes, bewunderten jeden Tag die ’klitzekleinen’ Hände des Kindes und verglichen deren Größe mit der des Vortags.)
Unsere Geschenke beeindruckten, wurden dankend entgegengenommen und riefen dennoch leichtes Erstaunen hervor. Was diese Familie in diesem ärmlichen Stall tatsächlich brauchte, wurde ihnen von den einfachen Leuten in Form von Schafsmilch, Käse und Fladenbrot gebracht. (Nicht mehr, nicht weniger.)
Staatsgeschäfte waren unmöglich. An Gegengeschenke in Form kostbarer Stoffe, Metalle und Steine war nicht zu denken. Trotzdem. Wir fanden Ruhe und wurden beschenkt. Das Nachfragen nach der langen Reise, war ein Ernstgemeintes und ein Verstehendes. (Sie hatten alle Strapazen selbst erlebt). Wir mussten an diesem Ort keine Maske aufsetzen. (Weder Staunen, Freude oder Bewunderung spielen noch die Erschöpfung, die Müdigkeit und das Sehnen nach der Heimat verbergen). Herkunft oder Staatspositionen waren hier nicht wichtig. Es wurde nach uns gefragt. (Nach unseren Frauen und Kindern. Unserem Erleben. Freuden und Ängsten. Wünschen und Sehnsüchten). Wir waren keine auswechselbaren Amtsinhaber, sondern einfach nur wir. Unsere Forschungen und Erkenntnisse aufgenommen und respektiert. Doch diese Menschen hatten erfahren, dass ihr Gott die erstaunlichsten Dinge vollbringt und wunderten sich nicht. Sie hatten Gott erlebt. Und uns an ihrem Wunder teilhaben lassen.
(nach Matthäus 2, 1-11)
- beitrag von tauschlade -

Samstag, 18. Dezember 2010

adventskalender // türchen 18


Walter Wichtl kommt groß raus

Verwirrt fuhr er hoch - schon wieder dieser Traum! Er gefiel ihm, aber so etwas durfte er nicht träumen - oder doch? Er sah die strahlend blauen Augen vor sich und den blonden Wuschelkopf. Sie hatten sich an den Händen gehalten und zärtliche Blicke getauscht, aber leider war das nicht die Wirklichkeit. Letzte Woche war er mit Elfina, dem kessen Wichtelmädchen, im Kino gewesen. Er mochte sie sehr, aber sie kam in seinen Träumen nicht vor, er sah nur Willibald, den Neuen in der Wichtelabteilung, der den Puppen einen schicken Haarschnitt verpasste oder ihnen Zöpfe flocht.

Für ihn selbst war nun alles klar, es hatte keinen Zweck, sich weiter zu belügen: er war ein 'anderer' Wichtel, er war schwul. Schon länger hatte er das vermutet, aber es einfach nicht wahrhaben wollen. Wenn er an Willibald dachte, stieg ihm die Röte ins Gesicht und sein Herz wurde ganz warm. Gleich würde er ihn wiedersehen. Noch bevor es zum Arbeitsbeginn geklingelt hatte, stand er schon an seiner Werkbank in der großen Wichtelhalle. "Na, diesen Eifer lob' ich mir", brummte der Weihnachtsmann, der gerade einen Kontrollrundgang machte.

Oh je, wenn der wüsste! Was er wohl sagen würde? Und die anderen Wichtel erst? Würden sie ihn noch mögen? Würden sie über ihn tuscheln oder vielleicht gar Witze machen? Nicht mehr mit ihm sprechen? Ihn verachten?

In Grüppchen und einzeln kamen die Wichtel an ihre Arbeitsplätze und da stand Willibald mit Gundula, dem hübschen schwarzlockigen Wichtelmädchen. Die Zornesröte stieg Walter Wichtl ins Gesicht und der Zahn der Eifersucht nagte an ihm. Verbissen machte er sich an seine Arbeit und warf immer wieder besorgte Blicke zu Willibald hinüber.

Hatte er sich getäuscht oder hatte der eben gezwinkert und ihm zugelächelt? Und schon wieder scharwenzelte eine um 'seinen' Willibald herum, die rothaarige Gwendolyn mit der frechen Stupsnase. Walter Wichtl pfefferte den fertig bemalten Nussknacker in den Karton. "Sag mal, bist du verrückt?" schimpfte Gundula, die neben ihm arbeitete. "Jetzt hast du dem Nussknacker die Kinnlade abgebrochen. Nüsse knackt der keine mehr."

Aber Walter Wichtl sah nur, wie gut Willibald das grüne Wams stand und wie keck sich ein widerspenstige Locke aus der Zipfelmütze kringelte. Immer wieder suchte er seinen Blick oder gar ein Lächeln zu erhaschen. Er seufzte und malte den Nussknackern Augen, Mund und rote Wangen. "Walter Wichtl! Was hast du nun wieder angestellt? Du hast dem Nussknacker eine Kringellocke und ein Herz auf die Brust gemalt. Schon wieder einer verdorben. Du weißt doch, wie knapp die Zeit ist. Solche Fehler können wir uns nicht leisten. Was ist nur mit dir los?" schimpfte Elfina, als sie die fertig bemalten Nussknacker abholte.

"Bist du vielleicht in Gedanken bei unserem Wichtelball und fragst dich, wer deine Begleiterin wird?" Sie kicherte. "Ich wüsste ja, mit wem ich am liebsten ginge ..." und sie warf einen schmachtenden Blick auf Willibald. Der lachte sie fröhlich an. Wütend warf Willi Wichtl den halb fertigen Nussknacker in den Korb und verschwand in der Teeküche. Zornestränen stürzten aus seinen Augen und er schluchzte laut.

Als sich eine tröstende Hand auf seine Schulter legte, fuhr er herum und blickte direkt in die blauen Augen von Willibald. Oh Schreck, das machte alles nur noch schlimmer. "Lass mich!" schluchzte er, "Lass mich in Ruhe. Ich bin schwuuuul. So, jetzt weißt du es und nun hau ab!" Aber Willibald legte seinen Arm ganz fst um Walters Schultern, drückte ihn feste und lachte nur: "Na und, ich auch, wo ist das Problem?" Walter Wichtl verschlug es die Sprache, tausend Sterne tanzten vor seinen Augen und nun weinte er vor Glück.
"Öhm", räusperte sich jemand an der Tür und eine dunkle Stimme fragte, ob sie eigentlich nichts zu tun hätten. "Wir haben gerade einen neuen Auftrag bekommen, der in zwei Tagen fertig sein muss. Jetzt heißt es: sich sputen."

Zwei rote Köpfe fuhren auseinander und Walter Wichtl meine: Ob er uns wohl gesehen hat?" Willibald grinste nur und schlenderte pfeifend zu seinem Arbeitsplatz zurück. Walter Wichtl ging die Arbeit so leicht  von der Hand wie noch nie. Zwischendurch warf er sehnsuchtsvolle Blicke, die grinsend erwidert wurden und als Willibald ihm eine Kusshand zuwarf, platzte er fast vor Glück, blickte sich aber verstohlen um, ob das auch keiner gesehen hatte.

"Alle Achtung!" lobte ihn Gundula. "Jetzt bist du aber fix und alles ganz perfekt. Wie kommts? Freust du dich auch so auf gleich? Der Weihnachtsmann hat den Korb mit den goldenen Nüssen schon in den Festsaal gebracht. Bin ich gespannt, mit wem ich zum Wichtelball gehen darf!" Und sie warf dem schelmischen Willibald einen verliebten Blick zu. Eine Kusshand flog zurück. Waler Wichtl zischte: "Ich wünsche dir, dass du mit dem Schrat dorthin gehen musst." - "Du bist gemein", sagte Gundula und tänzelte mit einem verführerischen Lächeln an Willibald vorbei.

Dann kam der große Moment: Jeder Wichteljunge musste auf die Bühne kommen, um eine goldene Nuss zu knacken. Darin würde er den Namen seiner Begleiterin für den großen Wichtelball am Samstagabend finden und sie auf die Bühne zu sich bitten. Willi war jetzt schon eifersüchtig. Willibald war dran. Knack! Goldene Walnusssplitter gaben einen dunkelblauen Zettel frei. Er entrollte ihn sorgfältig und verkündete mit klarer Stimme: " Ich gehe auf den Ball mit ... Walter Wichtl."

Ein überraschtes Raunen ging durch den Saal. Walter Wichtl wusste nicht, ob er vor Scham lieber im Erdboden versinken oder vor Freude bis unter die Decke fliegen wollte. Da zog ihn Willibald nach vorne und er hörte nur noch den Beifall von hundert Wichtelhänden. Er meinte vor Glück zu vergehen und sah nicht einmal, wie der Weihnachtsmann gerührt zwinkerte und sie beide mit einem wohlwollend breiten Grinsen betrachtete.

- beitrag von april -
schön, dass du das erste mal bei einem ehrenWORT projekt dabei bist! sei willkommen in unserer runde. :)

Freitag, 17. Dezember 2010

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Mittwoch, 15. Dezember 2010

adventskalender // türchen 15


Ich denke, es ist noch im Kindergarten oder vielleicht doch im ersten
Schuljahr gewesen, dass wir eine Weihnachtsfeier in einer (zumindest
für mich als Kind) großen Kirche im Nachbarort hatten. Die Dame mit
der blauen Decke und dem roten Blüschen bin ich und ich stelle die
Maria dar. Josef, links im Bild mit Hut, der schützend die Hand an
das Kinderbettchen hält, heißt eigentlich Thomas B. Speziell an
dieser Begebenheit ist so einiges:

1. Ich war die Maria. Wie special ist das bitte?
2. Ich habe gesungen (!!!), in einer Kirche?!
3. Ich kann das Lied immer noch singen.
4. Thomas B. war eigentlich der Junge (ca. 1 Jahr jünger als ich,
heute würde man sagen verhaltensauffällig, aber ich denke, vor allem
unglücklich), der mir die Grundschulzeit oft genug ziemlich schwer
gemacht hat. So vom Schulranzen verstecken bis hin zum mit
Eisschneebällen bewerfen.
5. Den Zettel, den die Kindergärtnerin / Lehrerin meiner Mum damals
mit gab, der wurde immer noch zwischen Fotos und frühen Zeichnungen
von mir aufbewahrt. Ich finde ihn rührend und vor allem rührt mich
seine Existenz, zig Jahre später!
6. Den Jungen habe ich so mit 16, 17 auf einer Klassenfahrt in der
Nähe von München wieder getroffen. Er war inzwischen aus unserem Ort
weggezogen und auch auf Klassenfahrt. Er hatte sich völlig verändert.
Er kam auf mich zu, strahlte mich an, stellte mir seine Freundin vor
und fragte mich, wie es mir gehe und wie lustig es wäre, dass wir uns
hier träfen. Ich war baff, wie er sich verändert hatte.

Was hat das alles mit Weihnachten zu tun? Nun, ich schaue das
(qualitativ miese) Bild an und bin wieder Kind. Bin einerseits
gepiesakt von diesem jüngeren Mitschüler, singe in einer Kirche vor
vielen Menschen ein paar Zeilen, spiele eine der
Krippenspielhauptfiguren und übe mit meiner Mum das Lied ein. Das
alles gleichzeitig.
Da wird mir warm um´s Herz, weil ich so eine großartige Kindheit
hatte und ich gerade Weihnachten mit so schönen Erinnerungen
verbinde, mit meinen Eltern und meinem Bruder, meinen Großeltern.
Und dann freue ich mich über die Geschichte mit Thomas, an die ich
immer wieder denken muss. Möchte nicht mehr ins Detail gehen, aber
der Junge hat´s wohl echt nicht leicht gehabt und hat eben nach unten
getreten, weil er sich nicht anders zu helfen wusste. Und er hat die
Kurve gekriegt und ich hab dies sogar von ihm selber erfahren!
Und dann denke ich an meine Zukunft als Lehrerin, in der ich für
viele Kinder mit die Verantwortung tragen werde und ich freue mich
darauf.

Das Bild steht für mich für ein friedliches, glückliches Fest. Für
ein Weihnachten mit meiner Familie und für eine großartige Kindheit
und mein Herz quillt über vor Dankbarkeit!

Genug der Worte.
Wünsche euch allen eine großartige Adventszeit!


- beitrag von frollein schnieke -
herzlich willkommen beim ehrenWORT! auch dir eine schöne adventszeit!

Dienstag, 14. Dezember 2010

adventskalender // türchen 14

Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit!  

- beitrag von anitam -

Montag, 13. Dezember 2010

Sonntag, 12. Dezember 2010

Samstag, 11. Dezember 2010

adventskalender // türchen 11


FRÜCHTEBROT



ZUTATEN:
  • 450 g gemischtes Dörrobst (Rosinen, Feigen, Datteln, Birnen, Pflaumen, Äpfel, ...)
  • 50 ml Apfelsaft
  • 50 ml Obstbrand
  • 50 g gehackte Walnüsse
  • 50 g gehackte Mandeln
  • 13 g frische Hefe
  • 1 TL Rübenkraut
  • 80 g Mehl
  • 20 g Kakao
  • 1 Ei
  • je 1 Messerspitze Salz, Kardamom, Zimt, Nelke
Das Dörrobst würfeln, mit Saft und Alkohol kurz aufkochen und über Nacht quellen lassen.
Die Hefe mit einem Esslöfel warmem Wasser und den Rübenkraut beträufeln, dann 5 Minuten stehen lassen. Mit Mehl, Kakao, Ei, Salz und den Gewürzen zu einem klebrigen Teig verarbeiten. Die Früchte und die Nüsse unterkneten und 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.
Anschließend mit trockenen, mehligen Händen aus dem Teig einen kleinen Laib formen und auf ein gefettetes, sowie gemehltes Backblech legen und nochmals 2 Stunden gehen lassen. Da der Teig so schwer ist, geht er kaum auf.
Das Brot im Backofen bei 140° C etwa 1,5 Stunden backen, bis es in der Mitte durch ist. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Nach Möglichkeit das Brot gut eingepackt vor dem Verzehr einige Tage durchziehen lassen. Falls man so ungeduldig ist wie ich, kann man es auch schon eher essen..! ;)

- beitrag von earny from earncastle -

Freitag, 10. Dezember 2010

adventskalender // türchen 10


Nicht mehr als ein Nichts
 

Einst fragte die Tannenmeise die Wildtaube: Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke?
Nicht mehr als ein Nichts, antwortet die Wildtaube.

Dann lass mich dir eine wunderbare Geschichte erzählen, sagte da die Meise.
Ich sass eines Tages auf einem dicken Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing. Es schneite nicht heftig, sondern ganz sanft und zart, ohne Schwere. Da ich gerade nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und auf die Nadeln des Astes fielen und darauf hängen blieben. Es waren exakt dreimillionen-siebenhundert-einundvierzigtausend-neunhundert-zweiundfünfzig Schneeflocken, die ich zählte. Und als die letzte der dreimillionen-siebenhundert-einundvierzigtausend-neunhundert-dreiundfünfzig Schneeflocken leise und sanft niederfiel, die nicht mehr wog als ein Nichts, brach der starke, dicke Ast der Fichte ab."

Damit flog die Meise davon.
 

Autor unbekannt

- beitrag von grischarte -

Donnerstag, 9. Dezember 2010

adventskalender // türchen 9


- beitrag von verey [ohne blog]-

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Dienstag, 7. Dezember 2010

Montag, 6. Dezember 2010

adventskalender // türchen 6


Zipfelmützenwald
Alljährlich wieder kommt die Zeit
und Santa Claus macht sich bereit,
stopft Gaben und etwas zum Naschen
in Stiefel, Socken oder Taschen,
ist auf dem Schlitten unterwegs
mit Mandel, Nuss und Schokokeks.

Wobei sich mir die Frage stellt:
Bei so viel Kindern in der Welt,
wie kommt er bloß über die Runden?
Er hat nur vierundzwanzig Stunden.
Durch Zufall habe ich entdeckt,
welch Niklaus-Trick dahinter steckt.

Das werde ich euch gern erzählen,
drum schnell den Märchen-Button wählen:


- beitrag von traveller -

Sonntag, 5. Dezember 2010

adventskalender // türchen 5


Clarita sitzt verträumt vor dem Spiegel und kämmt sich gedankenversunken ihre Haare. „Eigentlich müsste ich doch längst dem albernen Nikolausalter entwachsen sein!?!?!, denkt sie, „meine Schuhe habe ich das letzte Mal vor vier Jahren vor die Tür gestellt, doch ...“ – und sie erinnert sich an ihre kindliche Freude und Neugier, wenn sie früh gleich aus dem Bett zu ihren Schuhen stürmte und jubelnd einige schöne Sachen aus den Schuhen schüttelte. Doch jetzt ruft sie sich immer wieder selbst ins Gedächtnis, dass sie seit fast 4 Monaten 17 Jahre jung ist. Bei ihrer Mutter hatte sie – wie in den letzten Jahren auch schon - ausdrücklich darum gebeten, nichts mehr in den Schuh gesteckt zu bekommen.

Das hatte zwei Gründe. Der erste:

Wie fast alle Mädchen ihrer Gymnasiumsklasse frönte Clarita –so wurde sie liebevoll von ihrem Vater seit ihrer Kindheit genannt - ein wenig dem Schlankheitswahn. Zum Glück hielt sich dieser Fimmel in Grenzen.

Der zweite war wichtiger: Die Süßigkeiten und auch die kleinen Geschenke, die ihre Mutter für sie aussuchte, waren oft so gar nicht nach ihrem Geschmack.

War sie jedoch ganz ehrlich zu sich, dann sollte das Nikolauspäckchen von „ihm“ keine schnöde Konkurrenz bekommen. Gestern zum Schulschluss hatte er ihr ein Päckchen, eigentlich mehr eine Tüte, in die Hand gedrückt.  Durch die aufgeklebten Herzen  sah es schon von außen ganz verheißungsvoll aus. Früher hatte sie ja deutsche Schlager blöd gefunden, aber wenn es jetzt im Radio tönte: „Ihr Herz macht bum bum.bum..“, dann bekam sie gleich glänzende Augen, denn ihr Herz machte auch ständig "bumbumbum", wenn sie ihn sah.

Seit zwei Monaten war sie im Dauerausnahmezustand, verschusselte ständig was, träumte am Tag und in der Nacht ständig vor sich hin und hatte nur einen Namen im Kopf „Theobaldus“.

Da alle den Namen natürlich etwas ausgefallen, seltsam oder gar blöd fanden, wurde er üblicherweise nur Theo genannt. Er selbst konnte sich bis zur vollkommenen Luftknappheit, ja bis kurz vor dem Blauwerden über diese Blödheit seiner Eltern ärgern, die ihn so gestraft und durch diesen bescheuerten  Namen zum Gespött seiner Mitschüler gemacht hatten. Was ging ihn irgend so ein toter Opa aus dem Zweiten Weltkrieg an – er hatte mit dem nichts am Hut, außer, dass er eben seinen Namen tragen musste.

Er konnte gar nicht fassen, dass Clara – er nannte sie immer bei ihrem richtigen Namen - bei ihrem ersten Zusammentreffen keine Miene verzogen hatte. „Ist sie so cool oder kann sie sich nur so hervorragend tarnen?“ – das war das einzige, was er bei ihrem ersten Treffen denken konnte. Bei beiden hatte es gleich „geschnackelt“. Nicht, dass jetzt jemand auf falsche Gedanken kommt – in dieser Zeit, in der Clara hier ihren Gedanken über Äpfel, Nüsse, Marzipan und andere Leckereien nachhängt, war es schon unheimlich viel, wenn sich Jungen und Mädchen anfassten und küssten.

Wir wollen das jetzt nicht in eine erotische Jungmädchenliebesgeschichte münden lassen, sondern uns mal an die Nikolaus-Fakten halten. Vor Clara stand also dieses Paket wie die leibhaftige Versuchung – Sie hätte es ja erst morgen ansehen dürfen – aber:

Neugier, dein Name ist Weib.
Vorsichtig schaute sie in die Tüte, doch alles war noch mal gut eingepackt. Sie tastete sich langsam vor. Schwer war die  Tüte, als wenn er ihr Steine eingepackt hätte. Das  oberste Ende fühlte sich weich an, doch alles andere war wirklich ausnehmend hart. Und dann war da an der Seite noch was Kratziges. Sie versuchte, sich das Geschenk über die Nase  zu erschließen – Trugschluss, da schnupperte nichts. – Wenigstens nicht so ein Langweiler mit Duschgel – wenn sie das geschenkt bekam, hatte sie immer das Gefühl, sie würde stinken.
Und schon hatte sie vorsichtig das Papier von oben aufgerissen – eine rote Zipfelmütze kam zum Vorschein. Sie bekam einen Weihnachtsmann geschenkt – wollte er damit eine Anspielung machen?

Jetzt gab es kein Halten mehr – sie holte die ganze Figur aus der Tüte, machte das Papier ab und war fast vom Donner gerührt. Es bot sich ihr ein unsäglich hässlicher Kerl. Die daneben stehenden Worte sollten wohl auf Theobaldus hinweisen. Über „dem“, was sie noch nicht erkundet hatte, hing ein Feigenblatt. Da siegte der Humor bei ihr und sie lachte, lachte, bis ihr die Tränen kamen. Theo hatte noch eine Karte dazu gelegt, die er mit Herzen an verschiedenen Stellen geschmückt hatte.

Der kleine Gnom gefiel ihr zunehmend besser und besser, bis ...... ja bis sie zum zweiten Mal auf eine vollkommen idiotische Idee kam. Sie wollte wissen, was unter dem Feigenblatt verborgen war. Weiber können es einfach nicht lassen – auch in so einem zarten Alter nicht.

Und als sie das gesehen hatte, war sie für den Rest des alten Jahres außer Gefecht gesetzt und musste sich von dem Schreck erholen.

Viel, viel später – oder vielleicht doch nicht so viel später, stellte es sich heraus, dass er mächtig untertrieben hatte und alles vollkommen okay war.

- dieser beitrag stammt von clara himmelhoch -

Samstag, 4. Dezember 2010

adventskalender // türchen 4


Das Kästchen

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber es ist gut und gerne 20 Jahre her. Ich war im Park spazieren – es war in der Vorweihnachtszeit. Der Schnee rieselte sanft zu Boden. Während ich so durch den Park ging und mich die Schneeflocken umtanzten, sah ich plötzlichen einen alten, bärtigen Mann auf einer der Parkbänke sitzen. Er sah nachdenklich und traurig aus. Ich setze mich zu ihm und wir kamen ins Gespräch. Wir sprachen über viele Dinge: über die Stadt, über die Menschen, über die Adventszeit. Dann begann er auf einmal zu erzählen:

„Es ist schon lange her. Das Geld war knapp zu jener Zeit. Das Mädchen lebte mit seinem Vater in einem kleinen Häuschen auf dem Land. Die Mutter war bereits vor einiger Zeit gestorben. Draußen lag Schnee – Schnee so weit das Auge reicht: vom kleinen Wäldchen bis zur nahe gelegenen Stadt. Es war Heiligabend.
Das Mädchen – es war um die drei Jahre alt – legte ein mit Goldpapier verziertes Kästchen unter den spärlich gezierten Weihnachtsbaum. Als der Vater dies sah, wurde er zornig. Das Goldpapier war nämlich sehr teuer gewesen. „Das ist für dich, Papa.“, sagte das Mädchen. Da schämte sich der Vater für seine heftige Reaktion. Gespannt öffnete er das Kästchen, doch als er hineinsah, musste er feststellen, dass es leer war. Da schrie er das kleine Mädchen an: „Was soll das? Weißt du nicht, dass wenn man jemandem ein Geschenk macht, auch etwas drin sein sollte?“ Das Mädchen schaute seinen Vater mit Tränen in den Augen an und sagte schluchzend: „Oh, Papa, das Kästchen ist nicht leer. Es ist voll mit Küssen – mit Küssen nur für dich.“ Der Vater wollte im Boden versinken. Er schämte sich, seine Tochter angeschrien zu haben. Er nahm das Mädchen in den Arm, drückte es fest an sich und entschuldigte sich. Dabei kullerte ihm eine Träne über die Wange.
Man sagt, der Mann bewahre das goldene Kästchen in einem kleinen Schrank neben seinem Bett auf und immer wenn er deprimiert oder traurig ist, nimmt er einen imaginären Kuss aus dem Kästchen und erinnert sich an die Liebe, die seine Tochter darin versteckt hat.“

Ich hatte eine Träne im Auge. Der alte Mann stand auf und verschwand wortlos in der Dunkelheit des Parks. Ich blieb noch eine Weile sitzen und dachte über die Geschichte nach…

Sind es nicht die kleinen Dinge, die uns glücklich machen? Sind es nicht die kleinen Gesten und Geschenke über die wir uns am meisten freuen? Sind es nicht die Geschenke, die mit Liebe gemacht sind, die uns in Erinnerung bleiben und unser Herz erwärmen? Nehmen wir uns ein Beispiel an diesem Mädchen und schenken mit Liebe. Das Weihnachtsfest ist doch das Fest der Liebe.


- beitrag von bonito [ohne blog] -
schön, dass du beim adventskalender dabei bist! ein herzliches willkommen beim ehrenWORT! 

Freitag, 3. Dezember 2010

Donnerstag, 2. Dezember 2010