Donnerstag, 15. Dezember 2011

adventskalender / türchen 15


Als Kinder war es uns verboten am 24. Dezember das Wohnzimmer zu betreten, während Vati dort den Weihnachtsbaum schmückte. Keiner sollte ihn vor der Bescherung sehen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was ich und mein Bruder den ganzen Tag über gemacht haben, aber vermutlich spielten wir in unserem Zimmer. Woran ich mich jedoch noch erinnern kann, ist dass es in der ganzen Wohnung nach Plätzchen, Kerzen, Tannengrün und Räuchermännchen geduftet hat. Es war herrlich. Ich liebe diese Düfte bis heute. Am Abend - kurz vor der Bescherung - wurden wir dann schick gemacht und die Familie hat sich vor der Wohnzimmertür versammelt. Wir hatten damals noch einen Plattenspieler und so erklangen jedes Jahr kurz bevor die Tür auf ging die selben Melodien. Ein herrlich heimeliges Gefühl stellte sich ein, das ich heute jedesmal ein bisschen vermisse, seit nur noch eine CD eingelegt wird. Dann ging die Tür auf. Im Wohnzimmer war nur der Tannenbaum und ein paar Kerzen an. Alle wünschten sich "Frohe Weihnachten!" und es herrschte eine wundervoll friedliche Atmosphäre. Als Kinder haben wir uns natürlich besonders auf die Geschenke gefreut, aber viel mehr als diese ist mir die schöne Stimmung, das vorherige Gespanntsein und die Besinnlichkeit in Erinnerung geblieben, die bei uns zu Weihnachten herrschte.

Kommentare:

  1. eine schöne persönliche Geschichte! ich kann diese tolle Stimmung gerade nachempfinden..

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  2. Hach ja, so war es bei uns damals auch! Und es wurde immer das Glockengeläut einer Kirche aus Bochum (ich weiß leider nicht mehr welche das war) angemacht, also auf dem Plattenspieler versteht sich *grins*!
    Und dann nach der Bescherung wurde stundenlang mit den neuen Geschenken gespielt um irgendwann todmüde ins Bett zu fallen! Und morgens gings weiter ...
    Danke für deine schöne Geschichte und die Erinnerungen ...

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lieben dank!